Chronik

Gründung

1908 Gründungsjahr des TSV Ostheim.

Geschichte

1038 Einwohner. Die ländliche Siedlung Ostheim wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit schon zur Zeit der fränkischen Merowingerkönige (vermutlich schon in der 2. Häfte des 6. nachchristlichen Jahrhunderts gegründet. Das Dorf unterstand hoheitlich im 13. Jahrhundert den Herren von Münzenberg, nach 1255 ihren Erben, den Herren von Falkenstein, später den Herren von Eppstein, den Grafen von Solms und schließlich den Landgrafen von Hessen. Es gehörte 1609-1643 zur Landgrafschaft Hessen-Butzbach, dann wieder zu Hessen-Darmstadt. Der alte Ortskern von Ostheim bildet bis heute ein typisches "Straßendorf", wobei der Grundriß im wesentlichen als T-förmig bezeichnet werden kann. Im Spätmittelalter war das Dorf von einer starken Haingrabenbefestigung mit zwei Haingräben, Wällen und Gräben, umgeben, die nur an den beiden Pforten im Verlauf der Hauptstraße durchquert werden konnte. Heute erinnert nur noch ein Gürtel von Scheunen in etwa an die frühere Befestigung. Ein großer Brand legte 1770 über ein Drittel des Dorfes in Schutt und Asche. Zwei Kinder hatten in einer mit Stroh gedeckten Scheune ein Feuerchen gelegt. Zur Strafe wurde jedem Kind ein Stück vom Ohr abgeschnitten. Heute geht es weniger rabiat in Ostheim zu! Schmuckstück in der Ortsmitte ist das alte, 1697 errichtete, mit Fachwerkschnitzereien verzierte ehemalige Rathaus der Gemeinde, das vor wenigen Jahren von der Familie Müller, der Besitzerin des Keltereibetriebs, liebevoll restauriert wurde und heute für Veranstaltungszwecke gemietet werden kann. Das Erdgeschoß war auch ursprünglich eine Versammlungshalle; später wurden hier die Spritzenhalle und u.a. auch das Arrestlokal eingebaut. Die Evangelische Kirche, in vorreformatorischer Zeit dem heiligen Martin geweiht, hat von ihrem Vorgängerbau noch den aus dem 14. Jahrhundert stammenden ehem. Chorturm behalten. Besitzer der Kirche, die zur älteren Großpfarrei Nieder Weisel gehörte, waren ursprünglich die Herren von Münzenberg, nach 1255 die von Falkenstein, die die Kirche den Johannitern übertrugen. Bis 1567 war das Johanniterhaus in Nieder Weisel Patronatsherr zu Ostheim, danach der hessische Landgraf. Dieser gotische Turm besteht im überwölbten Erdgeschoß aus einem quadratischen Chorraum, dessen Gewölbe und Wände im 15. Jahrhundert mit reichen (mehrfach restaurierten) Malereien mit biblischen Darstellungen versehen wurden. Darüber erhebt sich ein achteckiger gotischer Turm, der ursprünglich oben eine zinnengekrönte, offene Wehrplattform hatte, bevor spätestens im 16. Jahrhundert der achteckige Spitzhelm mit den vier erkerähnlichen Wichhäuschen aufgesetzt wurde. Das alte Kirchenschiff wurde 1749/50 durch einen quergelagerten barocken Saalbau mit ornamentierter Stuckdecke ersetzt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gingen etliche Ostheimer, vermutlich vornehmlich die weniger wohlhabenden Einwohner, in die Fremde, um als Landgänger "mit Schnitzereien, Umherziehen, mit Drehorgeln und Harmonikas" durch Verkauf von Armutsprodukten und durch Betteln Geld zu verdienen. Auch nach Kalifornien und Australien, um dort von den sagenhaften Goldfunden zu partizipieren. Die wenigsten sind dabei reich geworden, die meisten kamen wieder zurück. Am Ort befanden sich traditionell mehrere Apfelweinkeltereien, die größe ist die der Firma Müller. Neubauten entstanden seit 1954 vom Dorf aus in Richtung auf die Haltestelle der Main-Weser-Bahn, die am 1. Okt. 1887 eingerichtet wurde. Über Jahrzehnte spielte die 1890 als Privatmolkerei gegründete, spätere Molkerei-Genossenschaft mit zunächst 77 Mitgliedern eine große Rolle für die Landwirtschaft der Umgegend und die Versorgung der Stadt Butzbach mit Milchprodukten. Sie gehört längst der Vergangenheit an! Im Zuge der Gemeindegebietsreform schloß sich die politische Gemeinde Ostheim mit der Stadt Butzbach zum 1. Januar 1971 freiwillig zusammen. Nach dem Zusammenschluß mit der Stadt Butzbach wurde das frühere Schulhaus in ein modernes Dorfgemeinschaftshaus umgewandelt.